Was Sie wissen sollten
Die Krav Maga – Welt ist wieder einmal in Bewegung. Vor einigen Wochen hat sich der ehemalige Chief Instructor Eyal Yanilov von der International Krav Maga Federation (IKMF) getrennt und hat unter dem Namen Krav Maga Global (KMG) seine eigene Organisation ins Leben gerufen. Die Gegendarstellung lautet freilich, dass Yanilov aus der IKMF ausgeschlossen wurde.
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Wie dem auch sei, es gibt also 3 neue leuchtende Buchstaben am weiten Firmament der Krav Maga Organisationen, Vereine, Verbände und Unternehmen. Es ist noch nicht klar ersichtlich, wer welchen Weg und auf welche Weise gehen wird. Mitunter gibt es hier aber durchaus interessante Ansätze.
So hat Eyal Yanilov mit seinem www.maxkravmaga.com ein sehr gutes Online-Tool entwickelt, welches Klienten zum autodidaktischen Training nutzen können, wenn sie nicht regelmässig an Präsenztrainings teilnehmen können.
Die IKMF hat ihrerseits auch in Deutschland einen längst überfälligen Führungswechsel vollzogen und der neue Director hat vielversprechende Vorankündigungen gemacht.
Konkurrenz belebt nach allgemeiner Auffassung das Geschäft und so konkurrieren nunmehr allein im deutschsprachigen Raum etwa 20 Krav Maga – Verbände oder Organisationen miteinander. Die Zahl kann sich dabei täglich ändern, denn schon morgen kann ein besonders engagiertes oder besonders enttäuschtes Mitglied eine neue Bewegung oder gleich einen eigenen, neuen Krav Maga „Stil“ ausrufen.
Viel braucht es dazu nicht. Da der Begriff Krav Maga rechtlich nicht geschützt werden kann, reichen ein schickes Logo und die drei oder vier Lieblingsbuchstaben darunter. Manch eine Organisation besitzt nicht einmal eine eigene Rechtsfähigkeit.
Die Protagonisten erklären dann wahlweise entweder „das eigentliche, ursprüngliche, reine Krav Maga“ zu vertreten oder eine „verbesserte, ultimative Weiterentwicklung“ geschaffen zu haben. In den einschlägigen Internet-Foren wird dabei ein erbitterter Lagerkampf geführt an dem sich so allerlei Experten beteiligen.
Wie Sie wahrscheinlich wissen, befinde ich mich seit einigen Monaten in einem „Federation-Sabbatical“ also quasi einer Verbands-Auszeit. Der Grund dafür ist, dass ich einfach keinen Verband mehr gefunden habe, der meiner Überzeugung und meinem Mission Statement entspricht.
Da ich mich konsequent und ausschliesslich meinen Klienten verpflichtet fühle, bin ich nicht bereit, deren Interessen unter die eines Verbandes oder seiner Funktionäre unterzuordnen. Zwangsmitgliedschaften kommen für mich ebenso wenig in Betracht wie die einseitige Ausnutzung meiner Reputation.
Welche Bedeutung hat das alles für Sie als Krav Maga Anwender?
Die Antwort lautet: Nicht die geringste.
Für die Ausbildung Ihrer persönlichen self defense skills benötigen Sie KEINE Vereins- oder Verbandsmitgliedschaft.
Eine Mitgliedschaft in einem Verband ist bestenfalls für den jeweiligen Instructor von Interesse sofern ersterer im Sinne einer berufsständischen Vereinigung wirkt. Wenn Ihr Instructor Ihnen über seine Mitgliedschaft besondere Angebote zugänglich machen kann, ist das ok für Sie.
Keinesfalls sollten Sie sich aber zu einer irgendwie gearteten Mitgliedschaft nötigen lassen. Lassen Sie sich vor niemands Karren spannen. Es ist IHR Leben. Es ist IHRE Selbstverteidigung. Vereinsmeierei nutzt Ihnen dabei nichts.
Da es in Deutschland, Österreich und der Schweiz bislang noch kein flächendeckendes Trainingsangebot gibt, werden Sie in der Praxis zunächst den Instructor wählen, der örtlich für Sie am besten erreichbar ist. Sie werden in den meisten Fällen nicht die Zeit und die Möglichkeit haben, einzelne Verbände oder Organisationen miteinander zu vergleichen. Das brauchen Sie auch nicht.
Ihr Orientierungspunkt muss Ihr (zukünftiger) Instructor sein. Allein auf dieser Ebene entscheidet sich, wie gut Ihre persönliche Entwicklung gefördert werden kann.
Tipps zur Instructor-Suche
Hier einige Tipps, die Ihnen bei der Auswahl Ihres Instructors behilflich sein können:
- Hören Sie ausschliesslich auf Ihre innere Stimme. Es ist IHR Leben. Es ist IHRE Selbstverteidigung. Wählen Sie Ihren Instructor ausschliesslich danach aus, ob er IHNEN einen Nutzen bringt.
- Der Instructor ist Ihr persönlicher Coach in Sachen taktischer Selbstverteidigung. Er muss in der Lage sein Sie anzuregen, zu fördern und Sie bei Ihrer ständigen Entwicklung zu unterstützen.
- Hierzu benötigt er neben dem selbstverständlichen Fachwissen bestimmte persönliche Eigenschaften. So muss er insbesondere fähig sein, sein eigenes Ego zurückzunehmen um Sie zu fördern. Hüten Sie sich vor Trainern, die Ihre Wände mit Urkunden und Diplomen gepflastert haben oder jede Trainingsstunde zur Darbietung ihrer selbst empfundenen Herrlichkeit nutzen.
- Lassen Sie sich nicht von wohl klingenden Namen, stylischen Logos oder Anti-Terror-Geschichten aus fernen Ländern beeindrucken.
- Sie können den Wert Ihres Instructors leicht überprüfen: Haben Sie nach jeder Trainingseinheit das Gefühl, dass Sie persönlich gewachsen sind? Haben Sie sofort Lust auf mehr? Oder schleichen Sie demütig und ehrfürchtig davon?
- Bei regelmässigem Training sollen Sie ungefähr alle 2 Monate rückblickend feststellen, dass Sie in Ihrer Entwicklung einen Sprung gemacht haben. Falls das nicht so ist, erwägen Sie, den Instructor zu wechseln. Nutzen Sie kostenlose Probetrainings oder Special Trainings bei allen für Sie erreichbaren Instructoren. Nehmen Sie im Einzelfall längere Wege in Kauf. Wechseln Sie so lange, bis Sie den für Sie passenden Coach gefunden haben. Die Entscheidung darüber treffen allein Sie.
- Lassen Sie sich in diesem Zusammenhang auch nicht auf eine langfristige Vertragsbindung ein. Ein professioneller Instructor muss Sie nicht knebeln.
- Achten Sie darauf, dass Ihr Instructor seinen Job kraft eigener Persönlichkeit verrichtet und seine Reputation nicht ausschließlich aus einer Verbandszugehörigkeit oder unter Bezugnahme auf Dritte (Grossmeister) herleitet.
- Seien Sie insgesamt kritisch bei auftretenden Titeln wie Meister, Grossmeister oder Weltmeister.
- Prüfen Sie: Ist der Instructor fachlich in der Lage eigene, spezialisierte Trainings durchzuführen oder will er Sie regelmäßig zur Teilnahme an Veranstaltungen mit externen (exotischen) Dritten überzeugen?
- Vertritt Ihr Instructor konsequent Ihre Interessen oder ist er eher Repräsentant eines Verbandes? Sie erkennen das z.B. an der übermässigen Präsenz von Logos, Broschüren oder dem Angebot von Pässen, Prüfungen, T-Shirts und anderen Merchandise-Artikeln.
- Internet-Foren sind keine qualitative Informationsquelle sondern Sammelbecken subjektiver Meinungen mit unterschiedlichsten Motiven. Es hilft Nichts: Sie müssen dieses Thema selbst in die Hand nehmen. Es ist IHR Leben. Machen Sie es nicht von den Meinungen Anderer abhängig
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