„Du Opfer“

ein cooler Jugendspruch und absolut gängig im alltäglichen Vokabular. Witzig gemeint, etwas abwertend, spöttelnd, aber vor allem keine Ausnahme, sondern mehr die Regel im täglichen Umgang unserer Kids. Warum wir im Training nie von Opfern sprechen werden, warum ein Verteidigermindset gelernt werden will und warum es so wichtig ist, auch dein Denken zu trainieren, erfährst du hier.

„You become what you think about most of the time.“ (Napoleon Hill)

Napoleon Hill war nicht nur ein faszinierender Erfolgsphilosoph, er war auch in seinen psychologischen Kenntnissen seiner Zeit weit voraus. Erst heute, mit moderner Bildgebung und verschiedensten Experimenten, wird nach und nach belegt, was Hill schon in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts postulierte. „Du wirst zu dem, worüber du die meiste Zeit nachdenkst.“

70 Jahre nach Napoleon Hill belegt die Forschung zum Verhaltens-Priming, wie sehr unsere Gedanken unbewusst unser Verhalten beeinflussen. So zeigten Probanden, die sich in einem Experiment mit unterschiedlichen Wörtern zum Thema Alter (beispielsweise grau, einsam, alt) auseinandersetzen mussten, nach Ende der Stunde alterstypische Verhaltensweisen. Sie benötigten deutlich länger, um den Weg zum Aufzug zurückzulegen und das Universitätsgebäude zu verlassen, als die Vergleichsgruppe.

Professor oder Hool?

Diese hatte altersthematisch neutrale Worte zur Bearbeitung vorgelegt bekommen. Weitere Experimente bewiesen, dass sich auch die Leistung von Gedächtnis und Intellekt durch die Vorlage von bestimmten stereotypen Konzepten verbesserte oder verschlechterte, ganz abhängig davon, ob der Proband sich vorab in seiner Vorstellung mit dem Bild des Professors oder des Hooligans beschäftigt hatte.

Dabei wurde deutlich, dass sich diese Ergebnisse nicht nur über eine bewusste Auseinandersetzung mit speziellen Themen erzielen ließen. Die Gruppe Kinder, die in den Filmunterbrechungen nebenbei Werbung für Kekse und Chips präsentiert bekommen hatte, aß nach dem Film 45 Prozent mehr der angebotenen Kekse als die Vergleichsgruppe.

Aber auch der Konsum von Getränken, ebenso wie die Lesegeschwindigkeit von Texten oder die Kreativität von Personen ließ sich durch die Darbietung entsprechender Waren oder Marken steigern.

Was in unsere Gedankenwelt eindringt, ob bewusst oder unbewusst, übt Einfluss aus auf unser Verhalten und auf unser Leistungsvermögen.

Faszinierend auch der experimentelle Nachweis, wie sich Außenreize auf den Körper auf unsere Haltung und Gefühlswelt auswirken. Ein Chef, der vor dem Vorstellungsgespräch einen Becher heißen Kaffee in der Hand hält, wird den ankommenden Stellenanwärter mit großer Wahrscheinlichkeit sympathischer bewerten, als derjenige Vorgesetzte, der sich für das Glas eiskalte Cola entschied. Auch unsere Körpererlebnisse bestimmen somit unser Denken und Handeln.

Sieger oder Verlierer?

Was hat dies alles mit Krav Maga zu tun, magst du denken. Wie hängen Steigerung von Fastfoodkonsum oder Gedächtnisleistung mit effizienter Selbstverteidigung zusammen?

Hier sind wir an einem spannenden Punkt angekommen. Woran denkst du in einer Krisenlage? Siehst du dich als Opfer der Umstände oder als Verteidiger? Was ist in deinem Denken fest verankert? Wirst du im Kampf zum Helden, da eine Niederlage einfach undenkbar ist? Oder zum Opfer, weil du keine Kontrolle erlebst, dir eine Kontrolle überhaupt mehr vorstellen kannst?

Niederlage oder Sieg, ob in einer Überfalllage oder in einem Konflikt mit dem Chef, lassen sich programmieren. Ein Siegerdenken lässt sich erlernen. Dein Mindset, Deine Überzeugung, niemals aufzugeben, wird dich tragen. Dieses Mindset lässt sich trainieren. Sowohl durch Krav Maga Trainings selbst, über das Erlebnis, auch körperlich Herausforderndes durchgehalten oder dich einem scheinbar übermächtigen Gegner im Free Fight gestellt zu haben, ebenso wie die Umgebung mit Gleichgesinnten, für die ein Aufgeben, niemals in den Sinn kommt.

Ebenso wie durch die angeregte aktive Auseinandersetzung mit diesen Themen zu Hause. Themen, wie Gewalt, Kontrolle, aber auch Grenzen setzen. Überlegungen, wo eigene Grenzen überschritten werden und welche Ziele im Leben überhaupt angestrebt werden. Für was lohnt es sich zu kämpfen? Für wen?

Die regelmäßige Auseinandersetzung mit dem Thema des „niemals Aufgebens“ – dem ultimativen Krav Maga Prinzip – bestärkt deinen Willen und befeuert dich im Ernstfall. Wir erleben es wieder und wieder, wie Menschen nach einigen Wochen oder Monaten Krav Maga Trainings wichtige Entscheidungen fällen, die sie lange aufgeschoben hatten.

Wie sie sich notwendigen Angelegenheiten stellen und den Mut finden, gewünschte Veränderungen anzugehen. Wie sich ihr Auftreten verändert und der Gang aufrecht wird. Wie jahrzehntealte Ängste zurückgehen.

Der ganzheitliche Ansatz

Krav Maga wirkt ganzheitlich. Wir arbeiten gemeinsam an Siegerdenken und Siegerhaltung. Du erfährst am eigenen Körper, wie stark und widerstandsfähig du bist. Du erlernst ein Siegermindset.

Es liegt an dir! Du kannst alles erreichen, was du willst! Sei wählerisch! Wähle bewusst deinen Umgebung, deine Freunde, deine Medien, deine Nahrung. Dein Denken bestimmt dein Handeln.

Werde zum Professor, nicht zum Hooligan, sofern dies dein Wunsch ist. Lerne in der Krise radikal umzuschalten zur Mean Killing Machine. Bleib jung, geistig fit und werde niemals zum Opfer! Schon gar nicht im Alltag!

„Du Opfer“ – ist ein absolutes No-Go für jeden Kravist! Wehren dich gegen derlei Einflüsse!

Verteidige das, was dir im Leben wichtig ist! Verteidige dein Leben, deine Liebe, dein Eigentum!