Für viele Aussenstehende schwer zu glauben: Ernsthafte Verletzungen gibt es im Krav Maga Training eher selten. Viel seltener als beispielsweise beim Fussball. Wenn sie passieren, sind die Verletzungen regelmässig auch nicht das Resultat übertriebener Härte, sondern schlicht und einfach Unfälle.

So wie bei Josef aus Düsseldorf, der während einer Krav Maga Standard Übung, dem sog. Zombie Game seinen Kopf an einen Platz bewegte, wo schon eine fremde Hand war. Dies resultierte in einem Hornhautabriss am linken Auge. Insgesamt keine grössere Sache, die nach 3 Tagen wieder verheilt war.

Interessant ist allerdings, welche Folgen und Folgerungen sich daraus ergaben. Lies selbst (Auszug aus der Original-Mail von Josef an mich):

„…Status today ist eingermaßen ok. Kann wieder ins Büro und mit Augenklappe halbwegs arbeiten. Schmerz ist erträglich und ein Witz gegen Dienstag Nacht.

Ganz interessante Erfahrungen habe ich auch gemacht.

Erstens: No groin – No Krav Maga erweitere ich jetzt auf  No groin, No eyes – No Krav Maga.

Zweitens hat mein Kollege hier gefragt, ob das wirklich ne gute Idee ist, sich in die berufsunfähigkeit zu trainieren und ob Krav Maga wirklich richtig für mich wäre…darüber habe ich dann nachgedacht (hatte ja genug zeit zum denken…kein Lesen, kein Fernsehen, alles blind) und bin auf folgendes gekommen:

Gerade durch solche Trainingsverletzungen wird einem ja klar, wie fragil der eigene Körper ist – und gerade deswegen mache ich Krav Maga.

Verletzte mich lieber beim Training hin und wieder als dass ich bei einem echten Übergriff hilflos dastehe und die Verletzungen von einem reinkriege, der mir nicht wohlgesonnen ist.

Ich denke, solche aufgezwungenen Verletzungen haben dann doch eine andere Qualität für die Psyche als solche, die einem nicht von einen übereifrigen, übermotivierten Trainingspartner reingewürgt werden, sondern von einem, der einem echt ans Leder will.

Insofern: Jetzt erst recht. Muss halt besser auf meinen zarten Körper aufpassen und das Training selbst noch ernster nehmen.

Glaube, ich schreib soviel weil ich froh bin, dass ichs kann. 🙂 …“

Eine interessante Sichtweise, findest du nicht?

Mir fiel da spontan ein Zitat von Hermann Hesse ein:

„Wir verlangen, das Leben müsse einen Sinn haben.
Aber es hat nur ganz genau so viel Sinn, als wir selber ihm zu geben imstande sind. „

Was denkst du darüber? Wie hättest du auf so eine Verletzung reagiert?