Im Leben und im KRAV MAGA Training kann es gelegentlich zu kleineren Verletzungen kommen. Wir sind dann im Regelfall bemüht, „schnell Linderung“ verschaffen zu wollen. Allerdings kann es auch ein guter Weg sein, der Natur mal freien Lauf zu lassen. Lies hier die neuesten Erkenntnisse in einem Artikel von Physiotherapeut Thomas Hirschberg aus Pulheim:

Um nach einer akuten Verletzung mit den bekannten Entzündungszeichen wie Schwellung, Schmerz etc. den Körper nicht in seiner intelligenten Antwort und Arbeit (Wundheilung) zu stören sollte man auch bei der Akutversorgung sich manchmal eher zurück halten und auf das vertrauen, was sich über Jahrtausende entwickelt hat wenn eine Verletzung auftritt.

Daher wird geraten eher mit milder Kälte (Handtuch und kaltes Wasser) und auch nur in den ersten 10-20 min. zu agieren, da in dieser Zeit auch der Körper mit einer nicht ganz absoluten Gefässverschliessung reagiert. Eis kann zwar die Schwellung etwas verhindern und die Schmerzbahnen blockieren aber sowohl Schwellung als auch Schmerz haben ihre Funktion!

Der Schmerz ist zwar unangenehm aber setzt seinerseits wieder spezifische Substanzen im Körper frei die gebraucht werden, um eine regelrechte Wundheilung zu gewähren. Es laufen dabei super-komplexe Kaskaden ab, wobei jede auf der anderen aufbaut. Die Gefahr ist nun einfach (egal ob mit Eis oder Schmerzmittel oder Entzündungshemmer), daß dieser spezifische Ablauf von uns ungewollt gestört wird, der Körper zwar einen Weg findet (repariert aber nicht regeneriert),    hierdurch aber unter Umständen eine Reststörung übrig bleibt (minderwertige Wundheilung).

Und die muss dummerweise noch nicht mal Schmerzen verursachen. Das bedeutet, man glaubt alles wäre wieder super verheilt aber in Wirklichkeit ist eine Restschwäche übrig geblieben, die dann irgend wann am gleichen Ort oder über Nervenverschaltungen woanders ein neues Problem provozieren kann

Lange Rede – gar kein Sinn: im Prinzip muss man nicht immer direkt handeln sondern sollte ruhig dem Körper vertrauen (er weiss ja was zu tun ist). Oft wird im Sport oder in Krankenhäusern allerdings nicht an diesen Grundsatz gehalten. Und natürlich kommt es auch auf den Einzelfall an.

Wenn also mal kein Eis da ist, ist das vielleicht sogar mal ganz gut. Kalte Flasche Wasser oder Handtuch reicht…oder auch eben mal Hands off.

Dieses Wissen stammt aus einer aktuellen Fortbildung.

Fazit: Die Wahrheit muss eben doch manchmal schmerzen!

Thomas Hirschberg (http://www.t-hirschmann.de)