Distanz ist ein entscheidender Faktor in der taktischen Selbstverteidigung. Der Täter kann dich nur dann angreifen und verletzen, wenn er nah genug bei dir ist (Schusswaffen und Wurfgeschosse hier ausser Acht gelassen). So banal diese Erkenntnis erscheinen mag, die meisten Menschen schenken ihr kaum Beachtung und tappen leichtfertig in die von Schlägern gern benutzte Distanzfalle. Stelle dir folgende Lage vor:

Du hast während eines Diskotheken-Besuchs mit einem Unbekannten eine kurze verbale Auseinandersetzung wegen irgendeiner Kleinigkeit. Dein Kontrahent scheint auf einmal einzulenken und streckt dir die Hand zur Versöhnung entgegen.

Diese sozialadäquat erscheinende Geste kann für ihn ebensogut ein Vorwand sein, um die Distanz zu verkürzen, dich zu fixieren und dir mit der anderen Hand einen Faustschlag zu verpassen.

Beliebte Varianten der Distanzfalle: Der Angreifer legt freundschaftlich den Arm um deine Schulter oder bringt bei lauter Umgebung seinen Kopf nah den deinen – vermeintlich um dir etwas direkt ins Ohr zu sagen – was folgt ist ein Kopfstoss (Headbutt) auf deine Nase aus nächster Distanz. Einer der fiesesten und zugleich gängigsten Schlägerangriffe.

Da die Angriffe in der Regel sehr schnell ausgeführt werden, gibt es nur wenige gut dokumentierte Vorfälle. Häufig ist z.B. der Headbutt im Kontext des Fussballs zu beobachten. Hier ist die Dokumentation auch in Ordnung, da die Kameras schon eingeschaltet sind.

Typisch ist das Heranspielen des Täters in die entsprechende Distanz:

Der Headbutt gehört zum Standard-Repertoire von Strassenschlägern, wie auch dieses Real-Video zeigt (beachte die Bildmitte):

 

Um nicht in die Distanzfalle zu geraten, hier einige einfache Grundregeln:

  • Halte – insbesondere bei fremden Personen – immer so viel Abstand wie möglich.
  • Bestimme den Abstand immer selbst aktiv.
  • Sei konstruktiv misstrauisch, wenn jemand dir zu nahe kommt. Vertraue auf dein Bauchgefühl.
  • Bereite dich darauf vor, deinen Kopf schnell zur Seite zu ziehen. Schon ein paar Zentimeter können dich retten.
  • Lasse dich niemals auf ein emotionales „Nase-an-Nase-Duell“ ein.
  • Halte deine eigenen Hände immer variabel in Kopf-, oder Brusthöhe (in Gesprächen meist völlig unauffällig möglich), um sie schnell zur Abwehr oder zum Gegenangriff einsetzen zu können.
  • Traue dich, auch zu vermeintlich netten Gesprächsangeboten “Nein, Danke” zu sagen.