Die Kölner, die in diesen Tagen ihre Lieblingszeitung lesen, sind in Aufruhr. Unlängst wurde die jüngste polizeiliche Kriminalstatistik für die Region veröffentlicht. Das Resümee daraus lautet:

„Die Kriminalität explodiert – So viele Straftaten wie noch nie.

 Die Polizei ist am Ende.“

Ob Taschendiebstahl, Wohnungseinbruch, Vergewaltigung oder Betrug: Die Zahlen zeigen einen deutlichen Aufwärtstrend.

Ein flinker Rechner hat festgestellt, dass alle 30 Minuten ein Mitbürger oder eine Mitbürgerin zum Opfer wird.

Dabei ist es letztlich unerheblich, ob der statistische Anstieg nun überproportional erfolgte, weil im Erfassungszeitraum mehr Straftaten angezeigt wurden. Klar ist, dass diese Taten in unserer Gesellschaft in hoher Zahl stattfinden. Ob sie nun in dem einen Jahr mehr und im nächsten Jahr weniger offiziell erfasst werden oder nicht.

Entscheidender für unsere Sicherheit ist die Frage nach geeigneten Lösungen zum Umgang mit diesen Tatsachen.

„Mehr Polizei muss her!“ lautet diesbezüglich der am schnellsten und lautesten geäusserte Ruf. Es entspricht dem weit verbreiteten Verständnis, dass der Staat mit seinen Exekutivkräften sich um diese Probleme zu kümmern habe. Diese Einstellung beschränkt sich aber nicht nur auf die Kriminalitätsbekämpfung.

Ob „Katze auf dem Baum“, „Strassenbeleuchtung defekt“, „Musik zu laut“ oder „Schnitzel zu klein“, stets ist der erste Gedanke (und häufig auch die ausgesprochen Drohung): „Da ruf ich gleich die Polizei!“.

Der Ansatz zur eigenverantwortlichen und oft auch erschreckend einfachen Problemlösung wird kaum noch erkannt.

Hoffen oder Handeln?

Nun ist die Abwehr von aktiven Straftätern gewiss keine Lappalie. Dennoch wird es auch zukünftig viele Gründe geben, warum die Polizei nicht oder nicht rechtzeitig zur Stelle sein wird, um jeden einzelnen Bürger zu schützen.

Somit bleibt es eine höchstpersönliche Entscheidung ob er oder sie den Schutz von Besitz, Leben, körperlicher Unversehrtheit, sexueller Selbstbestimmung und allen anderen Rechtsgüter ausschliesslich dem Staat anvertrauen mag oder diesbezüglich Alternativen erwägt.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen zum Schutz dieser Rechtsgüter stehen zweifelsfrei fest. Die technischen und taktischen Grundlagen hierzu sind nicht schwerer zu erlernen als das Autofahren.

Ob lieber Gott, Schicksal, Glück oder Polizei – die Verantwortung für die eigene Sicherheit auf externe Kräfte zu verlagern und auf deren Funktionieren zu hoffen, ist ein höchst riskanter Zock.

In Köln ist er im vergangenen Jahr statistisch gesehen 162.620 mal verzockt worden.